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Rekordjäger Jazzman

Jazzman mit Alexandre Abrivard im Prix Narquois (Foto: letrot.com)
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Frankreich

Jazzman erblickte am 17. April 2020 das Licht der Welt, wurde von seinen Züchtern Laurent-Claude Abrivard und Jacky Lusseau, wie der zwei Jahre ältere Bruder Cash Winner und die zwei Jahre jüngere Breeders-Crown-Zweite 2025 Myrena, ins deutsche Gestütsbuch eingetragen, lief aber bis heute nicht in seinem Herkunftsland.

Dafür hält der fünfjährige Niky-Sohn, für den nach wie vor im Sechs-Wochen-Rhythmus die Ausfuhrgenehmigung nach Frankreich verlängert wird, drei deutsche Rekorde. Er ist seit November 2024 (gemeinsam mit Duke of Greenwood) schnellster deutscher Vierjähriger auf Steherdistanzen (1:12,7/2850 Meter) und seit 6. November 2025 schnellster deutscher Fünfjähriger auf Mitteldistanzen (1:10,5/2100 Meter).

Jazzman

An diesem Samstag egalisierte Jazzman seinen bereits am 14. Mai 2025 aufgestellten absoluten deutschen Rekord für Steherdistanzen. Beim sehenwerten Speederfolg mit Alexandre Abrivard im Prix Narquois (80.000 Euro) trabte er über 2700 Meter erneut 1:11,7.

Es war der fünfte Gruppe-III-Treffer, der das Konto von Jazzman auf 322.560 Euro aufstockte. Mitbesitzer und -zücher Laurent-Claude Abrivard, für den das Wintermeeting nach durchwachsenem Beginn jetzt Fahrt aufnimmt, hatte schon die Eltern von Jazzman, den Gruppe-I-Steher Niky (871.540 Euro/1:10,8) und die Varenne-Tochter Nefertite del Rio (434.792 Euro/1:12,7) unter seinen Fittichen. 

Ergebnis und Video: https://www.letrot.com/courses/2025-12-06/7500/6

Weniger gut lief es am Samstag auf dem Plateau de Gravelle für die anderen Deutschen. Im Prix d'Hautefort (59.000 Euro) versuchte Stall Germanias Bayard, erstmals in der Hand des französichen Champions Eric Raffin, an seinen frischen Sieg vom 16. November anzuknüpfen und wurde hinter Jaap van Rijns Carloforte Font zur zweiten Kraft am Toto gekürt.

Aus zweiter Reihe war die Aufgabe jedoch ungleich schwerer und letzten Endes unlösbar. Raffin verlangte dem Nimczyk-Schützling mit einer frühen Offensive in dritter Spur einiges ab, gelangte zwar vorübergehend an die Spitze des 16-köpfigen Pulks, bog noch als Fünfter auf die Zielgeraden, saß dann aber hinter einem restlos geschlagenen Pferd.

Effizienter hatte Jaap van Rijn die Reserven von Carloforte Font eingeteilt, musste im Finish jedoch zu lange auf eine Passage warten, um im Speed mehr als Rang vier in 1:11,7/2100 Meter erreichen.

Ergebnis und Video: https://www.letrot.com/courses/2025-12-06/7500/8

Kaum besser erging es Stall Habos Kira Bo Face mit Micha Brouwer im Prix de Bussieres (46.000 Euro) für fünfjährige Stuten. Die Ready-Cash-Tochter fand von Startplatz 7 in erster Reihe keine Lage, musste vom Fleck weg durch die dritte Spur und blies in der Entscheidung zum Rückzug.

Ergebnis und Video: https://www.letrot.com/courses/2025-12-06/7500/3

Lovino Bello, der seit jeher im Jahrgang 2021 eine Schlüsselrolle spielt, eroberte die Spitze unter den französischen und italienischen Vierjährigen zurück, indem er den Prix Octave Douesnel (Gruppe II/120.000 Euro) souverän gewann. Er verwies Lombok Jiel und Phatom Express, der ein gutes Debüt auf französischem Boden gab, auf die Plätze.

Sein Vater, Village Mystic, hatte das Rennen bereits gewonnen, ebenso wie Bold Eagle, Face Time Bourbon, Hohneck und Jushua Tree. Der Prix Octave Douesnel ist ein Schlüsselereignis des Wintermeetings und präsentiert die besten Nachwuchspferde, die kurz- bis mittelfristig gegen die ältere Generation antreten werden.

Lovino Bello trat nun in ihre Fußstapfen und positionierte sich zugleich für das bevorstehende Critérium Continental am 21. Dezember. Angesichts der besten französischen und italienischen Pferde gelang es dem Schützling von Jocelyn Robert und Thierry Duvaldestin, ausgeruht vom UET Grand Prix Finale in Solvalla im Oktober, sich aus einem hochkarätigen Feld zu befreien und mit Eric Raffin im Sulky seinen zehnten Karrieresieg zu erringen.

Raffin: „Der Rennverlauf war nicht einfach; wir mussten von hinten kommen, mit der Nase im Wind, aber er findet immer wieder neue Kraft, sobald ich die Klappen ziehe. Er zeigt, dass er es immer noch drauf hat und mit vier Jahren genauso ehrgeizig ist wie mit zwei.“

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Lovino Bello (Foto: letrot.com)

Trainer Thierry Duvaldestin gewann den Halbklassiker zum dritten Mal. Seine letzten beiden Siege datieren aus dem Jahr 2003 mit Lulo Josselyn und 2008 mit Qualmio de Vandel. Er verpasste einen Doppelschlag nur knapp, denn sein zweiter Kandidat, Falco Killer Gar, hatte noch Chancen auf den Ehrenplatz, als er - von Clement Duvaldestin hart gefordert (270 Euro + 2 Tage Fahrverbot) - ausfiel.

Die Zeit von 1:12,8/2700 Meter spiegelte vor allem die taktische Herangehensweise zu Beginn des Rennens wider, die auch ein sehr schnelles Finish ermöglichte: Lovino Bello durchlief die letzten 500 Meter in 1:07,2 Minuten, zwei Zehntelsekunden schneller als Lombok Jiel, aber vier Zehntel langsamer als Phantom Express, der mit Beschlag nach einem effizienten Verlauf ein hervorragendes Finish zeigte.

Ergebnis und Video: https://www.letrot.com/courses/2025-12-06/7500/4

Das wahre Gesicht von Liberté de Choisel

Man musste ihr letztes Ergebnis ausblenden, ein Rennen, nach dem ihr Umfeld zugab, sie etwas zu sehr geschont zu haben. Die wahre Liberté de Choisel ist zu großartigen Leistungen fähig, wie am Samstag, als sie die im Jahrgang führende Stute Liza Josselyn, die sogar den besseren Rennverlauf hatte, klar dominierte.

Barfuß, aber mit fester Watte, wurde die von Sylvain Dupont trainierte Stute von Anthony Barrier früh gebracht. Sie übernahm schon in der letzten Kurve die Führung und errang einen brillanten Sieg ein, ihren neunten in vierzehn Starts.

Liberté de Choisel gewann damit ihr zweites Gruppe-II-Rennen nach dem Prix Guy Le Gonidec im Mai. Im Anschluss an dieses Rennen hatten Sylvain Dupont und der Besitzer der Stute, Joseph Viol, beschlossen, ihr eine Pause zu gönnen und nicht am Critérium des 4 ans im September teilzunehmen.

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Foto: letrot.com

Diesmal steht das Critérium Continental auf Liberté de Choisels Weg, und ihr Trainer gab gegenüber Equidia zu, dass dies eine ernsthafte Option sei: „Wir warten Anthonys Reaktion ab, aber wir können es uns nicht leisten, gute Rennen zu verpassen. Im Leben eines Rennpferdes geht es darum, hart zu arbeiten und Rennen zu gewinnen. Ohne überheblich sein zu wollen: In der letzten Kurve wusste ich, dass sie gewinnen würde.“

Liberté de Choisel, die im Vergleich zu vielen ihrer Konkurrentinnen in dieser Kategorie noch relativ unerfahren ist, würde im „Continental“ wahrscheinlich aus der zweiten Startreihe ins Rennen gehen.

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Foto: letrot.com

Anthony Barrier mit Blick auf das mögliche Engagement bei Equidia: „Heute haben wir gut gearbeitet, das ist großartig. Aus der zweiten Reihe in einem Critérium Continental zu starten, warum nicht? Die Stute wird es uns zeigen. Wenn wir mithalten können, werden wir es tun, andernfalls nehme ich die Hände runter. Wir werden sie wie immer respektieren.“

Die Begeisterung ist jedenfalls groß in ihrem Umfeld, allen voran bei ihrem Besitzer: „Es ist sehr emotional. Es war beruhigend im Vergleich zu neulich, obwohl wir ihre Klasse kennen. Jean-Michels Stute hat Klasse, und wir haben schon alle gesehen, was sie kann!“

Liza Josselyn konnte trotz einer schwächeren Leistung den zweiten Platz vor Love Letter verteidigen. Jean-Michel Bazire sagte dazu: „Ich bin enttäuscht. Bergab ging die Führung mühelos an uns, aber am Berg war sie nicht so griffig wie sonst, und 500 Meter vor dem Ziel wurden wir schon überlaufen. Für das nächste Rennen müssen wir härter arbeiten.“

Ergebnis und Video: https://www.letrot.com/courses/2025-12-06/7500/7