Iroise de la Noe - jetzt ist alles möglich
Die Qualifikation an sich ist schon großartig. Doch wenn man dem noch diesen Stil hinzufügt, wird sie beinahe grandios. Der zweite Sieg in Folge von Iroise de la Noe im Prix de Belgique am Sonntag in Vincennes ist dafür ein perfektes Beispiel. Er bietet ihrem Team weit mehr als nur einen Startplatz im Prix d'Amérique: Er lässt sie von Größerem träumen. Auch Frank Gio, Immortal Doc und King Opéra haben sich qualifiziert.
Vor diesem letzten Qualifikationsrennen für den Prix d'Amérique stand viel auf dem Spiel. Würde der siebenfache und amtierende französische Champion Éric Raffin beim Prix d'Amérique überhaupt am Start stehen? Als Wettkämpfer durch und durch ging er mit einem gewissen Druck in das Rennen. Er bekam die Möglichkeit, den Star aus dem Stall von Thomas Levesque zu fahren, und seine Mission war klar definiert: Er musste sie qualifizieren, sprich, einen Top-4-Platz erreichen.
Wenige Minuten nach dem Rennen war das Fazit eindeutig: „Mission erfüllt! Hauptsache war die Qualifikation. Der einzige Wermutstropfen ist, dass wir nur noch zwei Wochen bis zum großen Rennen haben und sie sich in dieser kurzen Zeit erholen muss, aber ich habe Vertrauen in ihr Team. Heute hat es mir Spaß gemacht. Ich konnte ihr mit Thomas' Einverständnis das Rennen bieten, das ich mir gewünscht hatte. Ich glaube, sie kann im Amérique unter die ersten Fünf kommen.“
Der Druck lässt auch für Thomas Levesque nach, der die Tage bis zum Prix de Belgique gezählt hatte, einem Rennen, das er lange als sein Winterziel betrachtete und für das er beschlossen hatte, seinen Platz im Sulky seiner Championstute abzugeben: „Ich bin schon länger der Meinung, dass ich eine Stute habe, die den Amérique gewinnen kann, und dass ich vielleicht nie wieder eine haben werde. Deshalb erhöhen wir unsere Chancen auf den Sieg.“ Und das bedeutete, die Stute zum ersten Mal Éric Raffin zur Vorbereitung auf den großen Tag zu überlassen.
Eine lohnende Option, aber auch eine Quelle des Stresses, wie der Trainer aus der Normandie zugab: „Es ist eine echte Erleichterung. Wir mussten heute unter die ersten Vier kommen, sonst hätten wir in zwei Wochen keine Chance gehabt. Ich kenne meine Stute. Die Qualifikation war wichtig, aber was mich heute besonders gefreut hat, war die Art und Weise, wie sie gewonnen hat, und ich denke, sie wird sich noch weiter steigern. Eric hat sie sehr gut vorgetragen. Jetzt kennt er sie, was perfekt für das Rennen in zwei Wochen ist. Alles läuft nach Plan. Wir machen Fortschritte und sind am Tag X in Topform.“
Ein weiterer Sonntag in Schwarz und Gelb
Sonntage vergehen, und die schwarz-gelben Farben der Familie Levesque, so eng mit der Geschichte des französischen Trabrennsports verbunden, zieren auch in diesem Jahr wieder das Podium in Vincennes bei den letzten Qualifikationsrennen für den Prix de Cornulier und den Prix d'Amérique. Diese beiden bedeutenden Rennen haben maßgeblich zum Ruhm und zur Popularität der Levesque-Farben beigetragen, mit Pferden wie Roquépine, Masina und Upsalin.
Am vergangenen Wochenende gewann Islamorada, trainiert von Pierre Levesque und geritten von seiner Tochter Camille, bei ihrem ersten Start in einem Gruppe-II-Rennen das Prix du Calvados und sicherte sich damit einen Platz für den 19. Januar. Sieben Tage später war es an Thomas Levesque, dem Sohn von Pierre, seinen zweiten Startplatz in Folge im Prix d'Amérique zu sichern, dank Iroise de la Noe, die ihren Titel im Prix de Belgique auf brillante Weise verteidigte, indem sie den seit 2021 von Davidson Du Pont gehaltenen Rennrekord (1:12,0/2850 Meter) einstellte.
Die letzten Tickets sind vergeben
Das sechste Qualifikationsrennen war für einige Pferde die letzte Chance, sich für den Amérique zu qualifizieren. Diese letzten goldenen Tickets erfüllten ihren Zweck perfekt, denn die ersten vier Plätze gingen an Iroise de la Noé, Frank Gio, Immortal Doc und King Opera.
Der fünfjährige Frank Gio, trainiert von Sébastien Guarato, zeigte gegen ältere Konkurrenten eine bemerkenswert gute Leistung. „Er hatte Pech im Gedränge, als Koctel du Dain aus dem Takt geriet. Das kostete ihn vielleicht sogar den Sieg“, analysierte der Trainer aus der Normandie. „Aber mit dieser Leistung sichert er sich seine Teilnahme am Prix d’Amérique. Wir müssen ihn in Form halten, mit einem guten Rennverlauf kann er in zwei Wochen eine echte Konkurrenz sein.“
Nach einer enttäuschenden Leistung im Prix Ténor de Baune, die teilweise auf einen Abszess zurückzuführen war, zeigte King Opera am Sonntag eine andere Seite und sicherte sich die Qualifikation. „Wir hatten uns entschieden, ihm eine Chance zu geben. Zumal noch Platz war und die Pferde der K-Klasse mittlerweile stark genug sind, um gegen solche Pferde anzutreten. Mit diesem Pferd im Prix d'Amérique zu starten, ist fantastisch. Er hat uns ein Wechselbad der Gefühle beschert, es ist großartig. Ich weiß noch nicht, was wir bezüglich seines Beschlags machen werden, ob wir etwas Neues ausprobieren oder nicht. Das ist nicht ausgeschlossen“, sagt William Bigeon.
Der eine ist der siebenfache Gewinner des Sulky d'Or in Frankreich. Der andere hat zwölf Mal in Folge das Fahrerchampionat in Schweden gewonnen, wo er der erfolgreichste Fahrer ist. Doch den beiden führenden Fahrern der europäischen Szene, Éric Raffin und Björn Goop, war ein Startplatz im Prix d'Amérique in zwei Wochen nicht garantiert.
Der Franzose, der von Thomas Levesque gebeten wurde, Iroise de la Noe zum ersten Mal im Prix de Belgique zu steuern, nahm die Verantwortung für die Qualifikation der Tornado-Bello-Tochter voll und ganz an. Doch nicht ohne Druck, wie er Equidia Racing anvertraute: „Ich habe nichts gesagt, aber es war Druck da, weil es das letzte Qualifikationsrennen mit einer Stute war, die ich nicht kannte, und mit einem Umfeld, das zuversichtlich wirkte. Es ist nie einfach, mit so einem Druck umzugehen. Ich habe eine tolle Stute entdeckt.“
Nachdem Fame And Glory diese Woche für den letzten Sonntag im Januar zurückgezogen wurde, hoffte der Schwede, einen anderen Sulky zu finden. Obwohl er Immortal Doc gut kennt, musste sich das Pferd seinen Startplatz im Prix d'Amérique am Sonntag erst noch sichern, nachdem es im Prix Ténor de Baune gerade Zweiter geworden war. Mit diesem dritten Platz gelang ihm das. „Ich bin glücklich. Es ist eine gute Nachricht, dass ich wieder im Prix d'Amérique dabei bin“, sagte Goop. „Das Pferd hatte keinen guten Start und musste lange Zeit in der dritten Spur ein hartes Rennen bestreiten, aber es ist gut gelaufen.“
Ergebnis und Video: https://www.letrot.com/courses/2026-01-11/7500/4
Für den Prix d'Amérique 2026 qualifiziert:
Bei Doppel-Qualifikation (Jushua Tree, Inmarosa) oder Verzicht (Borups Victory, Izoard Vedaquais, Liza Josselyn) wird das Amérique-Feld mit den gewinnreichsten Pferden (aktuell 5 Plätze frei) aufgefüllt.
Dabei werden die Gewinnsummen der gemeldeten Starter wie folgt berechnet: 4-jährige Pferde (M-Jahrgang): tatsächliche Gewinnsumme plus 30 %; 5-jährige Pferde (L): tatsächliche Gewinnsumme plus 20 %; 6-jährige Pferde (K): tatsächliche Gewinnsumme plus 10 %; Pferde im Alter von 7 bis 11 Jahren (F bis J): tatsächliche Gewinnsumme.
Diese Pferde sind nicht qualifiziert, aber für den Prix d'Amérique genannt:
Anmerkung: Francesco Zet erhält laut Daniel Redén eine Nennung, ist aber noch nicht registriert. Er verfügt über mehr Geld als alle hier Genannten.