Fragolino marschiert
Weiterhin nicht den Ansatz einer Schwäche zeigt Fragolino Rosso auf dem Weg ins Deutsche Traber-Derby.
Zwei Wochen nach dem Triumph im TCT Criterium dominierte der Booster-Winner-Sohn am Samstagnachmittag in Wolvega auch das TCT Derby der Vierjährigen (44.000 Euro), in dem er erstmals auf einer Steherdistanz antrat.
Und das gegen den Franzosen Mysticl d'Yvel, der zuletzt mit Michel Rothengatter in La Capelle (2750 Meter) und Vincennes (2850 Meter) in 13er Zeiten gewonnen hatte. Doch wie im Criterium Paranoh Newport, der diesmal im Galopp begann, war auch Mystic d'Yvel kein echter Prüfstein für Fragolino Rosso.
Zwar übernahm der ebenfalls von Booster Winner stammende Wallach nach 600 Metern vorübergehend das Kommando, das er aber schon auf der Gegenseite ehrfürchtig dem Favoriten zurückgab.
Auf den nächsten eineinhalb Runden tat sich wenig, konnte Fragolino Rosso nach Belieben schalten und walten. Als sein Trainingsgefährte Muzan Kibutsuji nach einem Rennen ohne Deckung im Schlussbogen den Rückzug antrat, witterte Michel Rothengatter mit Mystic d'Yvel für einen Moment Morgenluft und trat aus dem Windschatten von Fragolino Rosso.
Der jedoch konterte, von Robbin Baker nur aus der Hand gefahren, gewohnt souverän und war sofort auf der Siegerstraße. In 1:13,7/2600 Meter ließ Bakker seinen Hengst nurmehr austraben und scheffelte weitere 20.000 Euro auf dessen Konto, das nur bei 190.582 Euro steht.
Video: https://www.youtube.com/watch?v=F0JYS02-4vI
Eingeplant hatte man im Hagoort-Quartier vermutlich auch den Sieg im TCT Merrie Derby der Vierjährigen (30.250 Euro). Zu stark war die jüngsten Leistungen der dänisch gezogenen Lust for Life, insbesondere der Ehrenplatz im Prix Diana Zet in Solvalla in 1:11,7/2140 Meter.
Als die hinter dem Auto reichlich unwirsche Mister-JP-Tochter ausgangs der ersten Überseite der mit Michael Nimczyk sofort in Front geschnellten Brownie Diamant kampflos die Spitze abnahm, schien alles den erwarteten Lauf zu nehmen.
Allerdings stand Lust for Life, glasklare 12:10-Favoritin, ihr Pensum zur allgemeinen Überraschung nicht durch und vermochte die vehemente Schlussattacke der deutschen Breeders-Crown-Siegerin Brownie Diamant nicht abzuwehren.
Die Indigious-Tochter der Besitzergemeinschaft Werner Pietsch/Stall M.S. Diamanten steckte kurz der Linie den Kopf in Front und gewann am Ende knapp, fürs Auge aber eher sicher in exzellenten 1:12,8/2100 Meter.
Video: https://www.youtube.com/watch?v=Ulva4iOiu0E
Viel Eindruck hinterließ auch der zweite Sieger des Goldhelms an diesem Nachmittag. Mit Karin Walter-Mommerts Izoard As tummelte sich Michael Nimczyk nach Start aus zweiter Reihen lange in hinteren Regionen, bevor er den Maharajah-Sohn im Schlussbogen in äußeren Spur (nur leicht) von der Leine ließ.
Mit geschulterter Peitsche und sichtbaren Reserven fegte Izoard As über die Konkurrenz hinweg und gewann das mit 3.300 Euro dotierte PMU-Rennen in 1:14,7/2100 Meter, womit er seinen beim Neun-Längen-Sieg in Hamburg über die Meile erzielten Rekord knapp verfehlte.