Elitloppet nimmt Formen an
Am Samstag wurde Jobspost als drittes Pferd zum Elitloppet 2026 eingeladen. Doch wer die Gerüchte im Stallgelände von Solvalla verfolgt hat, konnte noch mehr erfahren.
Der Franzose Inexess Bleu und Titelverteidiger Go On Boy sind bereits für den Elitloppet qualifiziert. Nun hat sich auch der erste Schwede angemeldet – Jörgen Westholms starker Kämpfer Jobspost.
Das erste sogenannte E-Rennen fand am Samstag im Rahmen der V85-Veranstaltung in Solvalla statt. Es handelt sich dabei um eine Serie von sieben Qualifikationsrennen, in denen man Punkte sammeln und sich so ohne traditionelle Einladung für den Elitloppet qualifizieren kann.
Ein Sieg in einem der E-Rennen allein reicht jedoch vermutlich nicht aus. Vielmehr dürfte eine weitere Top-Platzierung erforderlich sein, um sich auf diesem Weg einen Startplatz zu sichern.
Doch gleichzeitig erhielten die aufmerksamen Beobachter an diesem schönen Tag in Solvalla subtile Hinweise auf zwei weitere Teams, die im Elitloppet starten werden – auch wenn die offiziellen Einladungen noch nicht vergeben waren. Vier Indizien sprechen jedenfalls dafür:
- Die Trainer scheinen bereits inoffizielle Zusagen von Solvalla erhalten zu haben.
- In ihren Aussagen nach dem Rennen wird deutlich, dass das Team um diese beiden Pferde alles daran setzt, am letzten Sonntag im Mai in Bestform zu sein.
- Zudem präsentierten sich beide am Samstag in hervorragender Verfassung.
- Und als Travronden Racingmanager Ola Lernå bedrängte, hielt er sich mit Worten zurück – doch mit Blicken, Mimik und Körpersprache bestätigte er indirekt zwei weitere Starter.
Diva Ek und Alessandro Gocciadoro gewannen das C Th Ericssons Memorial (1.040.000 Kronen) in phänomenaler Manier, mit deutlichem Vorsprung und souveräner Leichtigkeit vor zwei weiteren Spitzenpferden, die beide im letztjährigen Elitloppet-Finale standen.
Die italienische Superstute ließ in 1:11,1/2140 Meter Mellby Jinx und den letztjährigen Viertplatzierten des Eliterennens, A Fair Day, locker hinter sich.
„Diva Ek ist die Nummer eins in meinem Stall. Und momentan eines der besten Trabrennpferde der Welt“, so Gocciadoro. „Mit ihr wird es ein Elitloppet-Sieg“.
Ola Lernå hörte das Interview ebenfalls und lächelte breit. „Alessandro hat das im Winter und Frühling schon mehrmals gesagt“.
Haben Sie ihm schon grünes Licht und die Startberechtigung gegeben? „Nein, ich habe es nicht eilig. Ich warte noch ein bisschen und möchte erst noch etwas mehr sehen“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Aber die heutige Leistung …? „Ja, das ist ein wirklich sehr gutes Pferd. Sie hat gute Chancen auf den Sieg.“
Ergebnis: https://sportapp.travsport.se/race/raceday/ts616206/results/11
Video: https://www.youtube.com/watch?v=BPDGJBAa59E
Publikumsliebling A Fair Day aus Kalmar ist bereits zwei Jahre in Folge beim Elitloppet gestartet. Am Samstag war er der klare Favorit im ersten E-Rennen, für viele sogar die V85-Bank. A Fair Day wurde mit 66 Prozent gehandelt und ging mit einer Quote von 1,55 ins Rennen.
Er kämpfte, kam aber über Platz vier nicht hinaus. Man kann sich vorstellen, dass um das Pferd herum traurige Gesichter und eine gedrückte Stimmung herrschten. Aber fast das Gegenteil war der Fall.
„Ich habe versucht, die Führung zu halten, aber es hat nicht wirklich funktioniert. Mellby Jinx war in der ersten Kurve zu schnell“, sagte Fahrer Oscar Ginman. „Dann habe ich mich entschieden, auf der Innenbahn zu bleiben. Und da saßen wir am Ende fest“.
Hätten Sie eine Siegchance gehabt, wenn sich die Gelegenheit geboten hätte? „Ja, ganz bestimmt.“
Wie enttäuscht sind Sie? „Manchmal tut es der Psyche eines Pferdes gut, nicht jedes Mal das volle Potenzial ausschöpfen zu müssen, sondern sich stattdessen erfrischt und motivierter auf neue Ziele zu freuen.“ Ist der Elitloppet wieder ein Ziel? „Oh ja.“
Ist A Fair Day dieses Jahr so gut wie bei seinen beiden vorherigen Teilnahmen? „Nein, absolut nicht. Er ist deutlich besser! Er fühlt sich schneller und stärker an als zuvor.“
Oscar Ginman lächelte sanft, mit einer scheinbar erhabenen Ruhe und einem unerschütterlichem Selbstvertrauen. Und noch überzeugter von der nahen Zukunft ist Trainerin Elisabeth Almheden. „Ja, „Affe“ fühlt sich heute absolut perfekt an. Wir treten natürlich zum Elitloppet an.“
Was genau sind die Pläne? „Ich plane noch zwei Starts bis dahin.“ Können Sie verraten, welche? „Der nächste Start wird voraussichtlich Ende April im Örebro International sein. Obwohl die Anreise vielleicht etwas zu weit ist. Aber das Rennen geht über drei Runden, und ich denke, das passt perfekt zu „Affe“ für ihre weitere Entwicklung.“
„Danach werden wir uns zwei Wochen vor dem Elite-Wochenende in Tingsryd mit einem V85-Rennen bei höheren Geschwindigkeiten und über eine kürzere Distanz erholen. Es ist eine benachbarte Bahn ganz in der Nähe von zu Hause, also optimal für uns.“
Haben Almheden und Ginman etwa schon eine informelle Nachricht erhalten? „Ich möchte noch etwas abwarten. Er wirkt wieder sehr vielversprechend. Im Stall heißt es, er sei deutlich besser als zuvor. Sie haben eine Chance, aufzuholen“, sagt Ola Lernå mit verschmitztem Blick … und bricht schließlich in Lachen aus.
Solvalla hält sich – zumindest nach außen hin – strikt an seinen PR-Plan für den Elitloppet, wenn es darum geht, wie, wann und in welchem Tempo die Teilnehmer bekanntgegeben werden. Doch in solchen Fällen werden Geheimnisse nicht gut gehütet.