Die Jungs kräftig eingeseift

Jägersro, Samstag, 5. September 2020. Lediglich eine Lady wagte sich im Birger Bengtsson Minne, der über die Sprintdistanz von 1640 Meter führenden Gulddivisionen, gegen elf Jungs - und machte sie kräftig nass.
Mellby Free gelang dies trotz des ungünstigen Startplatzes „7“, von dem das sechsjährige Eigengewächs des in Malmö beheimateten Stalles Mellby Gård losdüste wie eine Rakete. Keine Chance für Racing Mange (1), der ja beileibe nicht langsam in die Puschen kommt, noch Forfantone Am, die Muscle-Hill-Tochter auf ihrem Weg an die Spitze zu stoppen, für den sie auf den ersten 250 Meter 1:04,9 aufs Tapet schmetterte.
Weil ihr äußerer Nachbar Evaluate ebenfalls zügig in die Hufe kam und sie als krasser Außenseiter begleitete, konnte Björn Goop die Fahrt früh dämpfen, so dass auch die am Start aus dem Tritt geratenen Esprit Sisu und Generaal Bianco bald wieder Kontakt hatten. Ein zweiter Fehler Ende der Überseite besiegelte Esprit Sisus Schicksal - 200 Meter vorher war Speedy Face mal wieder im Galopp ausgefallen -, während Goop seiner Stute alles bestens einteilen konnte.
Auf der Zielgeraden legte die kompakte Braune locker ein Schippchen drauf - fertig war der 16. Treffer aus 28 Versuchen für die StoChampionatet- und Breeders‘-Crown-Siegerin 2018, die mit diesen beiden Coups allein vier ihrer nunmehr 8,15 Millionen Kronen eingesackt hat.
Goop ließ als fairer Sportsmann dem von der Innenkante nie wegkommenden Racing Mange so viel Raum, dass der Lövgren-Schützling den Ehrenplatz um eine halbe Länge gegen Forfantone Am festhalten konnte, auch wenn das offizielle Ergebnis bei 1:10,2 zu 1:10,4 einen weit größeren Abstand vermuten ließe. Vom Rest konnten sich allein Voltaire Gifont und Pastore Bob etwas auszeichnen, die aus dem Hintertreffen spät in vordere Gefilde kamen, mit den Stockerl-Plätzen jedoch nichts am Hut hatten.
„Sie kann höllisch anfangen, wenn alles passt. Schon beim Aufwärmen hat sie mir ausgezeichnet gefallen, und als Generaal Bianco an der ‚6‘ wegsprang, hab ich den Flug an die Spitze riskiert. Sie ist ein verdammt gutes Mädchen - das hat sie gegen die Jungs schon einige Male bewiesen. Trabt sie so harmonisch und geschmeidig wie heute, was leider nicht immer der Fall ist, kommt eben eine solche Nummer heraus“, jubelte Goop über Mellby Free, die ihren Rekord unangefasst um eine Zehntelsekunde auf 1:10,1 drückte.
Birger Bengtssons Minne - Gulddivisionen - (int.)
1640m Autostart, 306.500 SEK
1. Mellby Free 10,1 Björn Goop 78
6j.dklbr. Stute von Muscle Hill a.d. Mellby Ticket von Windsong’s Legacy
Be / Zü: Mellby Gård AB; Tr: Björn Goop
2. Racing Mange 10,2 Joakim Lövgren 29
3. Forfantone Am 10,4 Torbjörn Jansson 47
4. Voltaire Gifont 10,5 Carl Johan Jepson 490
5. Pastore Bob 10,8 Peter Ingves 345
6. Evaluate 10,9 Örjan Kihlström 624
7. Ghazi B.R. 11,1 Christoffer Eriksson 142
8. Generaal Bianco 11,2g Peter Untersteiner 78
9. Monark Newmen 11,3 Fredrik Persson 391
10. Donatomite 11,3 Paw Mahony 2052
Esprit Sisu dis.r. Erik Adielsson 57
Speedy Face dis.r. Adrian Kolgjini 303
Sieg: 78; Richter: leicht 2 - ½ - 2 - 2 - 1 Länge; 12 liefen
Zw-Zeiten: 09,4/500m - 10,4/1000m - 09,5/letzte 500m
Wert: 150.000 - 75.000 - 37.500 - 19.000 - 12.000 - 8.000 - 5.000 SEK
Silber-Gala von Harran Boko
Endlich wieder strahlen über eine V75-Schleife durfte Marc Elias, der bis zum 7. März mit sieben Treffern zeitweilig an der Spitze dieser separaten Tabelle gelegen hatte. Seitdem war dem 26-jährigen kein V75-Treffer mehr gelungen. Nachdem er unmittelbar vor der Großwette mit Gulfstream Am den Winner Circle schon mal inspiziert hatte - der hoch eingeschätzte vierjährige Trixton-Sohn verkniff sich nach zahlreichen Ausfällen endlich mal jeden Fehler und setzte sich trotz 20 Meter Zulage zum zweiten Mal in diesem Jahr durch -, klinkte er sich mit seinem Spezi Harran Boko die Silverdivisionen ein.
Von der „5“ ließ er den Maharajah-Sohn mächtig treten, fuhr den dabei aus dem Takt kommenden Adde S.H. aus und widerstand auch Kim Erikssons Gelüsten, ihm mit Urban Kronos den Platz an der Sonne madig zu machen. Einmal vorn, stolzierte der Wallach wie ein Major zwei, drei Längen vor dem Feld einher und verabschiedete sich, ohne dass Elias die Hände aufmachen musste, auf vier Längen vom Rest, aus dem sich Macelleria gegen Giant Shadow und Urban Korons (alle 1:12,1/2140m) als knapper Zweiter herausschälte.
500 Meter vorm Pfosten ging’s hingegen für Azimut rückwärts, der eine Runde zuvor mit einem wuchtigen Vorstoß in die Todeslage geglänzt hatte; mehr als der letzte Rang blieb dem Franzl-Schützling ob dieser Taktik nicht. „Das war wie schon am Tag des Åbergs Memorial eine Fünf-Sterne-Leistung“, strahlte Elias nach dem 1:11,7-Auftritt seines Partners - für jenen der 17. Treffer „lifetime“, für Conni Lugauers Sohn der 44. der laufenden Saison -, mit der Sonne um die Wette.
„Gut, dass wir ihm nach dem schwächeren Auftritt in Åby vier Wochen Startpause verpasst haben. So war er heute frisch und munter. Erstmals hab ich ihm am Start die Peitsche gezeigt, weil ich unbedingt von vorn fahren wollte. In Front hat er fast alles von allein gemacht.“ Mit einem Einkommen von 1.771.803 Kronen wird er, abgesehen vom nächsten Silver-Finale, demnächst die goldene Klasse bereichern.
Die ganze Härte des schwedischen Trabergeschäfts bekamen die Franzl-Schützlinge unter die Nase gerieben. Wie Azimut mit der „10“ (79:10) hatte Newport Beach keinen glücklichen Pakt mit dem Auslosungscomputer und musste in der Klass I von der „12“ los. Das bescherte dem wiederum von Peter Ingves gesteuerten Lasbeker sofort die rote Laterne, was über 2640 Meter zunächst noch kein Problem darstellt.
Wirklich Biss hatte der Ready-Cash-Sohn jedoch nie, und auch das Ziehen der Ohrenkapuze im vorletzten Bogen nützte nichts - er war und blieb bis zum Abpfiff Letzter. Das ganze Gegenteil war Explosive Matter, mit dem Christoffer Eriksson vom Fleck weg dirigierte und auch dem letzten Biss von Björn Goops T.Rex face um einen „Hals“ widerstand.
Beste Ausbeute der Franzl-Trios blieb somit der mit 6.000 SEK belohnte sechste Rang Rock my Dreams‘ (1:13,8/2160m) in der Diamantstoet, in der Holger Tillmanns am Start 20 Meter besser gestellte Lisa Lisieux nach 1:14,3 für Platz vier 14.500 SEK einstrich.
Ein 32-Millionen-Jackpot im ersten Rang der Königswette hievte den Umsatz auf fast 132 Millionen Kronen. Obwohl kein Riesenaußenseiter zur Ehrenrunde eindrehte, wurde in den enorm ausgeglichenen Prüfungen kräftig gesiebt. 45 Systeme blieben übrig, über die ein warmer Regen von je rund 1,5 Millionen Kronen niederging.
V75-1 (Brons): Lucky Base / Kevin Oscarsson 53
V75-2 (Klass II): Upper Face / Adrian Kolgjini 148
V75-3 (-): Rackham / Christoffer Eriksson 45
V75-4 (Diam-Sto): Loes / Carl Johan Jepson 178
V75-5 (Guld): Mellby Free / Björn Goop 78
V75-6 (Silver): Harran Boko / Marc Elias 36
V75-7 (Klass I): Exclusive Matter / Christoffer Eriksson 68
Umsatz V75: 131.940.751 SEK
1. Rang: 45,4 Systeme à 1.455.652 SEK
2. Rang: 4.220 SEK
3. Rang: 281 SEK
Umsatz Top-7 (Guld): 1.810.136 SEK