Chapuy wie in jungen Jahren

Halmstad, Samstag, 28. Januar 2023. Auch Magnus Djuse vermochte in einer zahlen- wie klassemäßig schwach bestückten namenlosen Gulddivisionen Aetos Kronos nach mehr als einjähriger krankheitsbedingter Auszeit nicht zum Durchbruch zu einstigen Höhen, die ihm vier Gruppe-I-Treffern beschert hatten, zu führen.
Nun war der Sprint noch nie die Stärke des kleinen Schwarzen, und Startplatz „1“ tat ein Übriges, dass er rasch im Mittelfeld verschwand. Schwedens aktueller Goldhelm vermochte ihn indes zügig ins dritte Paar außen zu lavieren, wo er unvermittelt zur Hälfte des 1.640 Meter kurzen Weges die Karten im Galopp warf. Favorit war er ohnehin nicht.
Diese Rolle hatten die Fans Chapuy zugedacht und sollten damit völlig richtig liegen. Mit Carl Philip Lindblom war er wie schon bei der ersten gemeinsamen Ausfahrt am 29. Oktober in Romme über seine Leib- und Magenstrecke eine Macht und fetzte vorneweg wie einst in jungen Jahren zum 18. Erfolg seiner 78 Auftritte umfassenden Laufbahn.
Trainer Åke Lindbloms Neffe scheint dem Wallach, der zuvor in den entscheidenden Momenten trotz identischer Taktik oft hat die Flügel hängen lassen, neues Leben einzuhauchen. Der 26-jährige raste nicht übertrieben schwungvoll los frei nach dem Motto: „Selbst eine Sprintprüfung muss nicht auf den ersten 150 Metern entschieden werden“, sondern ließ von der „6“ zunächst Kung Edward (3) den Vortritt.
Nach 300 Metern schritt Lindblom junior zur Tat, wurde untertänigst vorbei gebeten und durfte sich fortan alles nach Gusto einteilen. Dieses Rezept mundete Chapuy bestens, der sich leicht und locker auf vier Längen von der kämpfenden Meute absetzte, aus der sich der im Schlussbogen auf weiten Wegen aktive Pacific Face ganz deutlich als Zweitbester herausschälte.
Gulddivisionen - (int.)
1640m Autostart, 329.000 SEK
1. Chapuy 12,3 Carl Philipp Lindblom 23
9j.schwbr. Wallach von Quite Easy a.d. Popcorn Lavec von Enjoy Lavec
Be: Björn Wedenberg; Zü: Tommy Persson; Tr: Åke Lindblom
2. Pacific Face 12,8 Giuseppe Lubrano 46
3. Kung Edward 12,9 Johan Untersteiner 239
4. Dats So Cool 13,0 Carl Johan Jepson 232
5. Super Nice 13,1 Martin Malmqvist 314
6. Hennessy Am 13,2 Erlend Rennesvik 111
7. Baron Gift 13,3 Kim Eriksson 444
Aetos Kronos dis.r. Magnus Djuse 31
Sieg: 23; Richter: überlegen 4 - 1½ - 1 - Kopf - ¾ - Hals; 8 liefen (NS Four Guys Dream / lahm; Harran Boko / Halsinfekt)
Zw-Zeiten: 11,1/500m - 12,9/1000m - 11,9/letzte 500m
Wert: 150.000 - 75.000 - 40.000 - 25.000 - 15.000 - 11.500 - 7.500 - 5.000 SEK
Doppeltreffer für Karin Walter-Mommert
Den Siebener-Reigen eröffnete wie bei 13:10 oder 74 Prozent erwartet in der Klass I Karin Walter-Mommerts Con Crowe (2), der mit Stefan Persson nach einer Runde die Deckung hinter Tempomacher Tearsinheaven verließ, 600 Meter vor Ultimo das Kommando übernahm, fünf Längen voraus in einer eigenen Liga spielte und zum neunten Mal aus lediglich zwölf Versuchen nicht zu boxen war.
110.000 Kronen brachten den fünfjährigen Conway-Hall-Sohn, der „alles hat, was ein richtig Guter braucht. Ich wäre überrascht gewesen, hätten wir nicht gewonnen“ (Persson), auf 568.647 Kronen.
Kniffliger war von Hause aus die Aufgabe unmittelbar darauf in der Klass II für den von Conrad Lugauer vorbereiteten Frankie Godiva, der nach vier der letzten fünf Engagements vom obersten Treppchen gegrüßt hatte, über 1.640 Meter mit der „10“ vorliebnehmen und auf seinen mit Ferrari Sisu in Vincennes weilenden Trainer verzichten musste.
Dessen Cousin und langjähriger „erster Mann“ Markus Waldmüller war ein erstklassiger Ersatz, der den Readly-Express-Sprössling sofort im zweiten Paar außen unterbrachte und 400 Meter vorm Ziel zur Tat schritt. Rasch war Tempomacher Maestro Michel überrannt, und auch S.G.Mistral scheiterte an der Wende um eine halbe Länge. In 1:13,7 war das siebte, gleichfalls 110.000 Kronen wertvolle „Ding“ unter Dach und Fach, was der Totalisator mit 2,7-facher Rückzahlung belohnte.
In der Bronsdivisionen stand Victor Gentz an der „12“ mit Exclusive Fire vor einer extrem schwierigen Mission. Aus dem vierten Paar außen ging’s erst im Schlussbogen hinter Fighter Simoni in Spur drei zügiger in vordere Sphären und hinter seiner Lokomotive zu Rang drei und 32.000 Kronen. Eisern hielt der früh mit Anders Svanstedt in Front gehechtete Muscle Lane allen Avancen des Duos stand und sorgte bei 205:10 endlich für Quote in der Königswette, die bis dahin extrem favoritenlastig dahergekommen war.
Dank eines Jackpots von 17,5 Millionen Kronen sammelte die ATG rund 119 Millionen SEK für die Großwette ein - und darf gleich auf den nächsten großen Zahltag hoffen: Weil Rang 3 wiederum nicht bedient wurde, liegt in der V75-Runde am kommenden Samstag in Solvalla zum ersten Finaltag des neuen Jahres mit fast 31 Millionen SEK ein noch dickeres Ei im Nest.
V75-1 (Klass I): Con Crowe / Stefan Persson 13
V75-2 (Klass II): Frankie Godiva / Markus Waldmüller 27
V75-3 (Guld): Chapuy / Ulf Ohlsson 23
V75-4 (-): Wish Me Magic / Stefan Persson 36
V75-5 (Brons): Muscle Lane / Anders Svanstedt 205
V75-6 (Diam-Sto): Love no Pain / Carl Johan Jepson 86
V75-7 (Silver): Unique Creation / Johan Untersteiner 27
Umsatz V75: 118.801.813 SEK
1. Rang: 9.268 Systeme à 5.221 SEK
2. Rang: 35 SEK
3. Rang: Jackpot 30.888.471 SEK
Umsatz Top-7 (Brons): 1.343.744 SEK
Einen dritten Treffer für die deutsche Besitzer-Championesse verhinderte die am Start 20 Meter besser gestellte Eleonora S.H., die vom Fleck weg führte und mit Johan Untersteiner einen hauchdünnen Vorteil vor der unter Joakim Lövgrens neuer Regie beim dritten Start erstmals bezwungenen sechsjährigen Timoko-Tochter Talija behauptete, die die letzte Runde durch die Todesspur ackerte. In nackten Zahlen machte das am Toto 33:10 und in den jeweiligen Besitzerkassen 30.000 bzw. 15.000 SEK aus.