„Bon Voyage“ für Sébastien Guarato

Cagnes-sur-Mer, Donnerstag, 13. Februar 2025. Zwei Starter, zwei Sieger, 33.300 Euro Prämien eingesackt - es war eine überaus lohnende Reise in den Süden an die französische Riviera für das Quartier von Sébastien Guarato.
Los ging’s im Prix André Rouzaud, einem mit 27.000 Euro dotierten Lauf für Dreijährige bis 24.999 Euro Gewinnsumme der jetzt beginnenden Serie Le Trot Open des Régions, in dem mit Make Your Day erstmals ein Traber die Farben von Fußballwelt- und -Europameister Emmanuel Petit trug.
Zum Sulkysport gekommen ist der 54-jährige Normanne, der 63 Mal mit Frankreichs A-Nationalmannschaft aufgelaufen und auch mal an einer Besitzergemeinschaft bei den Galoppern beteiligt war, durch Matthieu Millet. Der Patron der Ecurie Hunter Valley hat das Projekt Part of Dream gegründet, um mehr oder weniger Prominente ins trabrennsportliche Boot zu holen, die dann zu Werbegesichter werden sollen.
„Ich war schon mal Werbebotschafter bei den Trabern - 2013 beim Grand National du Trot, habe aber noch nie einen Traber besessen“, gestand der Mittelfeldspieler und auch, dass er am Mittwoch nicht „live“ vor Ort sein werde: „Ich muss in England Kommentatoren-Pflichten bei den Champions- und Europa-League-Spielen erfüllen, werde daher das Rennen um 12.35 Uhr aus der Ferne verfolgen.“
Was er sah, dürfte den Normannen - Markenzeichen lange Haare, teils zum Pferdeschwanz gebunden - erfreut haben, obwohl er vorher ein bisschen skeptisch war: „Make Your Day ist noch ein junger Bursche mit gerade mal drei Starts, geht auf eine lange Reise, lernt eine neue Bahn kennen, was immer ein wenig Stress bedeutet. Da heißt es nicht viel, dass er großartig trainiert hat.“
Der Face-Time-Bourbon-Sprössling, dessen Vollbruder Looping Day bereits Gruppe-II-Lorbeeren im Monté geerntet hat, wischte alle leisen Zweifel seines neuen Besitzers rigoros beiseite. Eric Raffin ließ trotz des 2.925 Meter weiten Weges nichts anbrennen, war im schmalen Neunerfeld gleich in vorderster Linie auf Zack, knöpfte Marquis d‘Enfer im Scheitel der ersten Biege den Taktstock ab und nahm den Dauerdruck, den Jean-Christophe Sorel mit Mac Kinley entfesselte, mit Freuden an.
Als jener nach mehr als einer Runde Todesspur genug hatte, trat Mara Best auf den Plan, doch auch die wurde locker abgefertigt. Zu Beginn der endlosen Zielgeraden gab Raffin kräftig Gas, und schon war 2½ Längen voraus in 1:15,4 der dritte Sieg aus vier Versuchen - dazu kommt ein Ehrenplatz - im Kasten. Make Your Day macht nun mit 24.600 Euro weiter; am Totalisator gab’s schmale 15:10.
Video: https://www.letrot.com/courses/2025-02-13/601/2
Weil man auf nur einem Bein bekanntlich schwierig stehen kann, klinkte sich die Combo Guarato / Raffin mit dem Prix Henri Callier der Kategorie III für Vierjährige, die keine 140.000 Euro gewonnen hatten, auch das nominelle Hauptereignis ein.
Mit einem bei 18:10 notierten Vollbomber, der mit der Referenz von fünf Siegen aus acht Versuchen von der Grundmarke loslegen durfte, sah der Sulky d’Or keine Veranlassung, das zwei Stunden zuvor aufs Tapet gelegte Konzept zu ändern.
Wieder fackelte er mit Le Dollar Macker nicht lange und knöpfte in der ersten Kurve Loïc Baron das Kommando ab, erneut ließ er die diesmal halbherzige Attacke Lyriko Bellos ins Leere laufen, der sich weit nach hinten versetzt als äußerer Anführer tummelte und erst mit Sichtweite des Schlussbogens näher an den Leader heranrückte.
Auch für den kleinen Bruder solch gestandener Größen wie Dollar Macker, It’s a Dollarmaker, Cash Maker und Belgian Beauty, die allesamt einen sechsstelligen Kontostand haben, hieß es an der letzten Ecke „Leinen los“. Der Saxo-de-Vandel-Sohn aus dem Lot des belgischen Unternehmers Gianni Fascella fertigte die Gegnerschaft, von der Lautrec Quick Platz fünf nach Gangartüberprüfung ersatzlos hergeben musste, spektakulär ab.
Am Ende trennten ihn sechs Längen vom gedemütigten Rest, was seinen „Driver“, der zwischendurch mit Kel Air d’Eole für Trainer Laurent Laudren gewonnen hatte, schwärmen ließ: „Er hat ja schon am 18. Dezember in Vincennes eine grandiose Visitenkarte abgeben und hätte durchaus am Amérique-Tag starten können. Doch sein Umfeld hat es vorgezogen, auf die flache Bahn zurückzukehren."
"Ich musste ihn heute nie fordern. Wenn wir ihn vorsichtig an größere Aufgaben heranführen und er sich in Ruhe entwickeln kann, hat er eine glänzende Zukunft vor sich und kann in die Fußstapfen seiner Brüder Dollar Macker und It’s a Dollarmaker treten.“ Die haben immerhin 731.810 bzw. 652.230 Euro gescheffelt.
Prix Henri Callier - Lauf zum Le Trot Open des Régions Sud-Est - (Gruppe III national, Vierjährige, keine 170.000 Euro)
2925 Meter Bänderstart; 25 Meter Zulage ab 70.000; 47.000 Euro
1. Le Dollar Macker 2925 13,9 Eric Raffin 18
4j.br. Hengst von Saxo de Vandel a.d. Salt Lake City von Insert Gédé
Be: Gianni Fascella; Zü: NV Hicewa; Tr: Sébastien Guarato
2. Lyriko Bello 2925 14,3 Alexandre Pillon 90
3. Lucifermorningstar 2925 14,3 Loris Garcia 910
4. Loïc Baron 2925 14,3 Cédric Terry 140
5. Le Méteque 2925 14,9 Bruno Marie 450
6. Like You 2950 14,5 Jean-Charles Feron 670
7. Lalbane Star 2925 15,2 Théo Briand 460
8. Let me Sixty One 2925 16,1 David Cinier 700
Lautrec Quick 2925 5.dai Alexandre Abrivard 69
Lilas Castelle 2950 dis.r. Gabriele Gelormini 210
Lord de Loiron 2950 dis.r. David Békaert 120
Lover Still 2925 dis.r. Benjamin Rochard 95
Lee Rock Bond 2925 dis.r. Nicolas Ensch 990
Sieg: 18; Richter: überlegen 6 - k.Kopf - 1 - (Kopf) - 8 Längen; 13 liefen
Wert: 21.150 - 11.750 - 6.580 - 3.760 - 2.350 - 940 - 470 Euro