Bazire folgt auf Bazire

Vincennes, Dienstag, 4. März 2025. Zum siebten Mal in Folge hieß der erfolgreichste Trainer des am 1. März mit einem drei Gruppe-I-Matches umfassenden Paukenschlag beendeten Winter-Meetings mit Nachnamen Bazire. War es zuvor der im April 54 Jahre alt werdende Jean-Michel, der in seinem Wohnzimmer klipp und klar das Sagen hatte, so wechselte der Staffelstab heuer an den 30 Jahre alten jüngeren Filius Nicolas.
Der bereits zuvor für einige Trotter des Quartiers als „Übungsleiter“ Zeichnende übernahm wie von „JMB“ geplant mit Beginn des Winter-Meetings die Verantwortung für das gesamte Lot, wobei selbstverständlich noch immer ganz viel „JMB“ drinsteckt, wo Nicolas Bazire dran steht. Der Maître hat sich beileibe nicht auf die faule Haut gelegt, sondern ist im Trainingsalltag aktiv wie eh und je, und auch das „Fahren“ lässt er sich in Vincennes im Gegensatz zu anderen Engagements in Frankreich nur peu à peu nehmen.
Mit 57 Siegen und Einfuhren von 2.582.560 Euro stehen die Bazires nach Siegen wie nach Gewinnen eindeutig an der Spitze und egalisierten in etwa das Resultat des vorigen Winters, nach dem 61 Volltreffer und 2.499.520 Euro zu Buche standen. Unerreichbar blieb „JMBs“ Rekord-Meeting 2019/2020, in dem die Pferde sagenhafte 83 Mal als Sieger vorgefahren oder -geritten wurden und 3.731.180 Euro eintrabten.
„Es waren vier sehr gute Monate für uns. Fast jedes Pferd hat mindestens ein Rennen gewonnen“, schätzte Jean-Mi das Meeting ein, und Nicolas ergänzte: „Obwohl wir zu Beginn mit Fulton, Ganay de Banville und Jushua Tree drei frühe hochkarätige Ausfälle hatten, lief es ansonsten sehr gut. Wir konzentrieren uns in den Planungen seit je her auf diesen Zeitraum und versuchen, große Zahlen zu erreichen. Das ist uns erneut gelungen.“
Wie im letzten Jahr komplettieren Thierry Duvaldestin und Laurent-Claude Abrivard das Trainerpodium - der Eine nach Siegen, der Andere nach Gewinnen die Nummer zwei. Danach folgt schon Mathieu Mottier, auf Seiten der Coaches, sieht man mal von Nicolas Bazire ab, der Aufsteiger dieses Winters. Er stellte mit Keep Going, Kokote und London als Einziger drei klassische Sieger.
Zweimal gelang dies Nicolas Bazire, für den Eric Raffin Joumba de Guez zum Cornulier-Sieg ritt und Jean-Michel Bazire sie im Prix de Paris, dem Marathon des Meetings, vorneweg nach Hause fuhr. Damit war die wuchtige Fuchsstute die einzige Doppel-Siegerin auf höchstem Niveau. Zwei Treffer setzten auch Laurent-Claude Abrivard (Just Love You & Maître Jacques, jeweils mit Sohn Alexandre) und Monté-Guru Joël Hallais, der im zarten Alter von 77 Jahren erst Ina du Rib, dann Hirondelle du Rib zu Sattel-Triumphen führte.
Übrigens: Selten waren die Ausländer so schwach wie bei diesem Meeting, obwohl sie nach 67 Rennen, davon neun Gruppe-Rennen, und damit sieben mehr als im vorigen Winter zur Siegerehrung eindrehten. Einziger der 16 klassischen Sieger (7 im Monté, 9 im Attelé) aus fremdem Zuchtgebiet war der von Sébastien Guarato für den Italiener Antonio Somma trainierte Frank Gio, den Matthieu Abrivard „verwandelte“.
Ansonsten waren die „großen“ Sieger allesamt Trotteurs français, wurden von französischen „drivers“ bzw. „jockeys“ ins Gebet genommen und kamen aus einheimischen Quartieren. Mit 15 Siegen - sieben mehr als 2023/24 - ragte der seit Jahrzehnten in Italien arbeitende Däne Erik Bondo heraus, der damit vor Koryphäen wie Franck Leblanc (11), Jean-Michel Baudouin (9) und Philippe Allaire (7) anschlug. Das nächste Debakel erlebten die einst so stolzen Schweden, deren vermeintliche Speerspitze San Moteur im Prix d’Amérique mit seinen Nerven völlig außer Rand und Band und am Start sofort heraus war.
Auch Schwedens oftmaliger Trainer-Champion Daniel Redén und Shootingstar Daniel Wäjersten, die über den gesamten Winter ein kleines Lot in Grosbois stationiert hatten, dürften sich die schweren Aufgaben auf der Naturbahn einen Tick leichter vorgestellt haben.
Aushängeschild der Tre Kronors wurde Jörgen Westholms Working Class Hero, der aus sechs Engagements drei Siege, zwei Ehrenplätze und als Sahnehäubchen den fünften Scheck aus dem Prix de France mitbrachte - ergab 207.200 Euro „Frisches“ für den stets von Mathieu Mottier gesteuerten Village-Mystic-Sohn, der damit bei den Vierbeiner unter den Top 20 landete.
Trainer – Starts – Siege – Gewinne in Euro
1. Nicolas Bazire 254 57 2.582.560
2. Laurent-Cl. Abrivard 280 32 1.937.530
3. Thierry Duvaldestin 189 39 1.895.050
4. Mathieu Mottier 122 28 1.536.500
5. Sébastien Guarato 143 18 1.148.510
6. Alexis Grimault 123 19 777.900
7. Thomas Levesque 92 12 741.560
8. Christian Bigeon 118 21 719.340
9. Erik Bondo 154 15 680.030
10. Jean-Michel Baudouin 143 9 655.590
Bei den Züchtern holte sich Jean-Philippe Dubois den im Vorwinter an die Ecurie Chaunion verlorenen Titel sowohl nach Siegen wie Gewinnen zurück. Dank Joumba de Guez landete René Guézille auf Platz drei.
Züchter – Starts – Siege – Gewinne in Euro
1. Jean-Philippe Dubois 224 26 1.189.470
2. Ecurie des Charmes 132 18 815.940
3. Ecurie Vautours 37 9 737.980
4. Jean-Pierre Barjon 62 13 653.450
5. Christian Bigeon 117 17 612.110
Auf Besitzerseite fochten Jean-Pierre Barjon und Joël Séché, ihres Zeichen Präsident und Vize-Präsident von LeTrot, die Lorbeeren unter sich aus. Erneut holte René Guézille in erster Linie dank Joumba de Guez „Bronze“.
Besitzer – Starts – Siege – Gewinne in Euro
1. Jean-Pierre Barjon 79 12 1.189.470
2. Joël Séché 82 16 815.940
3. Ecurie Vautours 37 9 737.980
4. Christian Bigeon 107 19 653.450
5. Ecurie des Charmes 96 11 612.110