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Rolf Hafvenström zum 80.

Rolf Hafvenström wird 80 (Foto: Uwe Stelling)
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Deutschland

Eine Laudatio von Hermann Gallhoff

Es gibt viele Menschen, die mit dem Trabrennsport verwachsen sind, viele, die sich mit Leib und Seele in diese Materie einbringen, aber nur wenige, die mit Verstand, Können und so viel Fachwissen ein bedeutendes Kapitel im deutschen Trabrennsport geschrieben haben, wie Rolf Hafvenström, der heute in Berlin seinen 80. Geburtstag begeht.

Auch wenn sich seine Erfolge mit zunehmendem Alter auf den deutschen Rennpisten mittlerweile nur noch sehr bescheiden ausnehmen, so kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass er in vielfacher Hinsicht über die vielen Jahre zu einer der prägendsten und schillerndsten Figuren im hiesigen Rennsport avanciert ist.

Als er Ende der 1970er Jahre aus Südschweden den Weg nach Deutschland fand, brachte er fundiertes Können aus seiner skandinavischen Heimat mit, und somit dauerte es nicht lange, bis er sich mit Pferden wie Fabiant, Flingarth, Gia oder Blauer Mond im Norden und im Traberwesten in die Schlagzeilen katapultierte, bevor er schließlich seinen Lebensmittelpunkt in Berlin fand, wo er nunmehr seit über 40 Jahren seiner Passion nachgeht.

Die glorreichste Zeit erlebte der hoch gewachsene Mann im blau-weißen Dress innerhalb der Zusammenarbeit mit Großbesitzer Hubert Schlieckmann, der die allermeisten Produkte der umfangreichen Jahrgänge „R“, „S“, „T“ und „U“ von Züchter Günter Bünte erwarb, um sie gemeinsam mit Rolf Hafvenström in eine erfolgreiche Rennlaufbahn zu pushen.

Hafvenström Rolf Lingk

Foto: Heiko Lingk

Wo dieses kongeniale Duo mit Pferden wie Ronjan, Sorfino, Star Cheetah, Tagetes, Tarmina, Tundra, Tonja, Umsillo, Universal oder Uvett, um nur einige zu nennen, auftauchte, gab es für die Konkurrenz nichts zu gewinnen.

Nach einem Gastspiel in Gelsenkirchen mit vier Startern und vier Siegen, blieb dabei für mich eine Antwort auf meine Frage, ob man ihn jetzt häufiger am Nienhausen Busch erleben würde, unvergessen: „Weißt Du, es soll für mich im Grunde nur ein Hobby sein“, entgegnete er mir damals, in seiner unnachahmlichen selbstironischen und witzigen Art, die ihn bis heute zu einer der echten Persönlichkeiten in der Szene macht.

Kein Interview, kein Statement, kein Kommentar von ihm, in dem er nicht etwas Hintergründiges mit etwas Humorvollem verbindet und verlautbaren lässt.

Seine sportlichen Erfolge können sich in Zahlen natürlich ebenfalls sehen lassen. Über 2.500 Trainersiege und rund 2.200 Fahrererfolge stehen für ihn zu Buche. Für eigene Farben sind seine Triumphzüge mit Rideknospe und Ridethenight ebenso unvergessen, wie die vielen Treffer, die er für seinen Besitzer Jan Englund eingefahren hat, der ihm, nach eigenen Angaben, sehr nahestand, aber niemals in Deutschland gesichtet wurde, und auch in Schweden bis heute ein Phantom ist…….

Rolf Hafvenström ist eine ganz eigene Marke. Ein Mann, der aus seiner Person nie viel Aufhebens gemacht hat, für den materielle Werte unbedeutend sind, der Pedigrees im Kopf hat wie andere Kochrezepte, der Kollegen gegenüber hohen Respekt zollt, und im Kreise seiner aktiven und ehemaligen Mitstreiter auch aufgrund seiner Loyalität und Fairness bis heute ein hohes Ansehen genießt.

Ich persönlich habe unglaubliche Gespräche mit ihm geführt, immer von großem Engagement und hohem Unterhaltungswert geprägt.

Lieber Rolf, Du bist ein absolutes Unikat, bleib Deinen Werten und Deinem Humor auch in der Zukunft treu. Alles erdenklich Gute für Dich.